Familien, Gattungen und häufigste Arten
in Mitteleuropa
| Die Familien der Taeniopterygidae
und der Leuctridae wurden früher oft als Unterfamilien der Nemouridae angesehen, gelten heute aber als
eigenständige Gruppen. Alle drei Familien besitzen kurze, unauffällige Schwanzanhänge
und sind braun oder schwarz gefärbt. Ihre Länge übertrifft selten 12 mm. Die Leuctridae
rollen ihre Flügel in Ruhelage halbzylindrisch um den Körper und sehen dann schlank
und nadelartig aus. Taeniopteryx nebulosa bildet insofern eine Ausnahme, als sie
schlammige Flüsse in der Ebene und den Mittelgebirgen bevorzugt und in typischen
Steinfliegengebieten fehlt. |
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| Die Familie der Capniidae ist
mit sechs kleinen, schwärzlichen Arten vertreten, die zu den Gattungen Capnia,
Capnioneura und Capnopsis gehören. Sie schlüpfen fast alle sehr zeitig im Frühjahr
ab Februar. Da ihnen die leiterartige Aderzeichnung im Flügel fehlt, die fast alle
anderen Familien aufweisen, sind sie leicht zu erkennen. |
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| Die acht Arten der Perlidae sind
recht auffallend und die wohl am längsten bekannten Steinfliegen in unserem Raum. Sie
erreichen eine Flügelspannweite von 50 mm und mehr. Eine sichere Unterscheidung der recht
variablen Tiere ist jedoch erst möglich geworden, nachdem in jüngster Zeit erkannt
wurde, daß der Penis der Männchen mit Zähnchen in artspezifischer Anordnung besetzt
ist. Nur dieses Merkmal ist bisher völlig eindeutig. Erwachsene Tiere nehmen keine
Nahrung mehr auf. Die Larven dieser Familie leben als Räuber und unterscheiden sich von
den Vertretern der Familien Perlodidae und Chloroperlidae durch große
pinselartige Büschel von fadenförmigen Kiemen, die am Thorax auf der Seite neben den
Beinwurzeln sitzen. Die meisten Arten besitzen zusätzlich 2 anale Kiemenbüschel an der
Spitze des Hinterleibs zwischen den Schwanzanhängen. Die großen, scheckigen Vertreter
der Gattung Perla, die bis zu 30 mm lang werden können, gehören zu den
auffälligsten Larven unserer Fließgewässer. |
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| Die Familien Perlodidae und
Chloroperlidae wurden früher als Unterfamilien der
Perlidae angesehen. Die früher als eigenständige Familie Isoperlidae aufgeführte
Gruppe wird heute zur Familie Perlodidae gerechnet. Alle Familien unterscheiden
sich nur durch geringere Abweichungen im Flügelgeäder. Während die Perlodidae meist
dunkel gefärbt sind, finden sich unter den Isoperlidae und Chloroperlidae vorzugsweise
gelbliche und grüne Arten, deren Larven mitunter vor allem auf dem Kopf lebhaft
gezeichnet sind. Bei den Larven dieser Familien fehlen die büschelförmigen Fadenkiemen,
wie sie bei den Perlidae-Arten am Thorax und am Ende des Abdomens vorkommen. |
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Literatur
Allgemeine Entomologie
- Chinery, Michael, 1984. Insekten Mitteleuropas. Paul Parey Hamburg
- Stresemann, Erwin et al., 2000. Exkursionsfauna von Deutschland - Band 2 Wirbellose:
Insekten.Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg
- Engelhardt, Wolfgang, 1989. Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher? Kosmos Stuttgart
- Ludwig, Herbert W., 1993. Tiere in Bach, Fluß, Tümpel, See. BLV München
- Schwab, Helmut, 1999. Süßwassertiere - Ein ökölogisches Bestimmungsbuch. Klett
Stuttgart
- Schrodt, Jürgen, 1998. Insektenkunde für Fliegenfischer. Parey
Berlin
- Reisinger, Walter & Bauernfeind, Ernst & Loidl, Erhard, 2002.
Entomologie für Fliegenfischer. Eugen Ulmer Stuttgart
- von Bredow, Klaus, 1981. Das große Buch vom Fliegenbinden. Albert Müller
Rüschlikon-Zürich
Einzeldarstellungen
- Aubert, Jacques, 1959. Plecoptera. Insecta Helvetica Band 1, Lausanne.
- Illies, Joachim, 1955. Steinfliegen oder Plecoptera. Die Tierwelt Deutschlands 43. Teil,
Jena.
- Hynes, H.B.N, 1984. Adults and nymphs of British stoneflies (Plecoptera). Freshwater
Biological Association.
siehe auch
Eintagsfliegen (Ephemeroptera)
Köcherfliegen (Trichoptera)
Zweiflügler (Diptera)
Bestimmungsschlüssel für Insektenlarven
Bestimmungsschlüssel für Larven der
Steinfliegen
Bestimmungsschlüssel für
Imagines der Steinfliegen
Bestimmungsschlüssel für Larven der
Eintagsfliegen
Bestimmungsschlüssel für Imagines der
Eintagsfliegen
Bestimmungsschlüssel für Imagines der
Köcherfliegen
Saprobienindex
Indikatororganismen
Links
Lehrstuhl
für Tierökologie TU München - Dr. Werner Heitland
Bilder
und Videos von Steinfliegen - Wasserwirtschaftsamt Freising
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08.April 2005 |